Aktuelles - Details

Erste Bilanz der Aktion plus5

AG legt Projektbericht vor

Download "Aktion plus 5 Projektbeschreibung Präventionskampagne"

Pressemitteilung vom 14.10.2014

"Konzertierte Maßnahmen zur Verhaltensänderung im Straßenverkehr sollen Unfälle mit Radfahrenden in Heidelberg wirkungsvoll und nachhaltig reduzieren", so das ambitionierte Ziel der Aktionsgemeinschaft plus5.

Zur Chefsache erklärt, soll die Partnerschaftsaktion eine Bewegung in der Zielgruppe der Radfahrenden auslösen. Und der Weg dahin ist bereitet: ausweislich der Partner-Logos im Projektbericht sind tatsächlich ALLE aus dem Neuenheimer Feld vertreten, die ein Interesse am Rückgang der Radunfälle und Verletztenzahlen haben. Allein durch interne Informationssteuerung und /–weitergabe können so bis zu 50.000 Arbeitnehmer und Studierende erreicht werden.

Durch die begleitenden Plakat- und Banneraktionen im Bereich der Ernst-Walz-Brücke und in der Plöck prägte sich die Aktion plus5 bei vielen Verkehrsteilnehmern ein und erhielt einen veritablen Bekanntheitsgrad. Das Medieninteresse an der Aktion war unerwartet groß. Vom Start am 10. Juli bis zur Nachberichterstattung zur vorläufigen Abschlussaktion RadKULTUR am 8. Oktober auf dem Universitätsplatz in Heidelberg war die Aktion dauerhaft in den verschiedenen Medien präsent. Die rege öffentliche Diskussion wird kontrovers geführt und geht von „völlig sinnfreie Aktion“ bis hin zu „gute und überfällige Aktion“. Eine wesentliche Erkenntnis der Diskussion ist, dass viele, die pro Radfahrer argumentieren, polarisierend die Schuldfrage stellen und dabei verstärkt Maßnahmen gegen PKW- und LKW-Führer fordern. Die Einsicht, dass ein situationsbezogener Verzicht auf „sein“ Recht Verletzungen vermeiden hilft, ist bei diesen Wortführern leider (noch) nicht vorhanden.

Die Aktion plus5 ist zwar präventiv ausgerichtet - ganz ohne Verwarnungen geht es aber auch nicht. Die konzertierten Aktionen von Stadt und Polizei trugen zwar noch nicht zum erwünschten Umdenken bei, entlang der Unfall belasteten Eppelheimer Straße wird jedoch bereits deutlich weniger auf dem Radweg geparkt. Die dreiwöchige Denkzettelaktion wurde von den ertappten Radfahrern ausschließlich positiv bewertet. Ein erster Rückgang bei den „Geisterfahrern“ ist feststellbar. Lag deren Anteil bei Tagesmessungen im Juli noch über 22 Prozent, nahm dieser bis Anfang Oktober kontinuierlich ab und liegt jetzt bei unter 15 Prozent.

Aber wie sieht es bei den Radunfällen aus? Wird das Synonym "plus5 - Minuten die schützen" auf das eigene Verhalten angewandt und wird auch defensiver gefahren? Eine Stichprobe aus der aktuellen Unfallstatistik des Polizeipräsidiums Mannheim am 10. Oktober ergab ein sehr überraschendes Ergebnis. Beim Vergleich der Summe an Radunfällen in den Monaten August und September mit den Zahlen des Vorjahres ist ein Rückgang um 25,4 Prozent feststellbar. Während die von Radfahrern schuldhaft verursachten Unfälle leicht von 22 auf 24 anstiegen, nahm die Zahl der überwiegend durch motorisierte Verkehrsteilnehmer verursachten Radunfälle um 45,9 Prozent von 37 auf 20 ab. Erwartungsgemäß gab es dabei im August weniger Unfälle als im September, da durch das Ferienende im September auch die Radfahrfrequenz deutlich zunimmt. Dieses auch bei den schuldhaft von Radfahrern verursachten Unfällen zu erwartende Phänomen ist jedoch genau gegenläufig. Im August verursachten 16 Radfahrer einen Verkehrsunfall und im September waren es nur noch 8.

"Es ist zu früh, diesen kurzfristigen Effekt auf eine verbesserte Einsicht in die eigenen Risiken zurückzuführen. Offensichtlich ist jedoch, dass sowohl Radfahrer, als auch motorisierte Verkehrsteilnehmer besser aufgepasst haben und möglicherweise mehr Rücksicht aufeinander genommen haben, so Polizeidirektor Dieter Schäfer von der Aktionsgemeinschaft plus5.

Zur Transparenz gehört natürlich auch die Kostenfrage. Mit 5.527,15 Euro öffentlicher Mittel zur Finanzierung u.a. der Aktionshomepage, des Präventionsfilms, der Plakat- und Bannerwerbung und der Denkzettel, die sich die vier großen Start-Partner teilen, wurde insbesondere die für die Öffentlichkeitsarbeit notwendige Außenwirkung der Aktion sehr gut erreicht.

Trotz der ersten erfreulichen Zwischenbilanz bedarf es jedoch nachhaltiger Anstrengungen, diese Ansätze für eine erkennbare Änderung zum Trend werden zu lassen. Absehbar werden neue Aktionspartner hinzustoßen, sodass die Bewegung größer wird. Ob das Ziel einer merklichen und wirkungsvollen Verhaltensänderung erreicht werden kann, wird sich in den nächsten Jahren zeigen. Die Aktion hat es bisher immerhin geschafft, durchgängig im Gespräch zu bleiben.

Zurück